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Professionalisierung - wohin und wodurch?

10 Jahre Kindheitspädagogik an der PH Schwäbisch Gmünd

Jubiläumstagung am 7. Juli 2017 (Vorläufiges Tagungsprogramm)

UhrzeitProgrammpunkt
9.00 UhrAnkommen, Registrierung, Tagungsunterlagen, Café
9.30 UhrGrußworte
Vertretung von einem Ministerium
Rektorin Prof. Dr. Astrid Beckmann
10.00 Uhr Einführung in die Tagung
Prof. Dr. Stefan Faas,
Prof. Dr. Dagmar Kasüschke, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
10.30 Uhr Berufseinmündung. Oder: Was machen Kindheitspädagogen nach dem Studium?
Prof. Dr. Susanna Roux, Pädagogische Hochschule Weingarten
11.15 UhrPause
11.30 Uhr Global Education Reform Movement. Was ist das und was heißt das für die Frühpädagogik? Ein Bericht aus den USA
Prof. Dr. Helge Wasmuth, Mercy College New York
12.15 UhrPause

13.30 – 15.30 Uhr Fünf parallele Foren – Extraplan siehe unten

15.45 Uhr Wege der Professionalisierung in der Pädagogik der frühen Kindheit - Internationale Perspektiven
Prof. Dr. Mathias Urban, University of Roehampton London
16.30 UhrTagungsende

Fünf parallele Foren

Forum 1:  Professionalisierung durch Standardisierung und Messen?
Prof. Dr. Helge Wasmuth
Dr. Susanne Kuger, dipf Frankfurt am Main
Prof. Dr. Dagmar Kasüschke
Moderation: Christiane Kawurek, Violeta Trninic

Derzeit bereitet die OECD eine International Early Learning Study (IELS) vor, die – ähnlich wie die PISA-Studie im Schulbereich – Vergleichsmessungen über die Kenntnisse und Fähigkeiten, die die Kinder während ihrer Kindergartenzeit erwerben, vornehmen soll. Diese Vergleichsmessungen sollen auf der Ebene der Kindertageseinrichtungen erfolgen und Maßzahlen über die Qualität der Institutionen geben. Derzeit plant die Bundesrepublik Deutschland noch keine Teilnahme an der Studie. Es gab aber bereits erste Expertenanhörungen. Um so erstaunlicher ist es, dass dieses Thema bisher noch keinen Zugang in die öffentliche Diskussion gefunden hat. Dieser Workshop will hier einen ersten Vorstoß wagen und mit den beteiligten Expert/innen, eine »Vermessung« der Kindertageseinrichtungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.



Forum 2: Professionalisierung durch systematische Qualitätsentwicklung?

Prof. Dr. Mathias Urban, University of Roehampton London
André Dupuis, GEW
Prof. Dr. Stefan Faas
Moderation: Steffen Geiger, Martina Müller

Der aktuelle Diskurs um Professionalität und Professionalisierung in frühpädagogischen Handlungsfeldern ist eng mit dem Anspruch verbunden, die Qualität von Kindertageseinrichtungen zu verbessern. In den Blick rücken u.a. Ansätze, die Professionalität an ein geplantes und fachwissenschaftlich begründetes pädagogisches Handeln binden, oftmals rückgebezogen auf „allgemeine“ Qualitätskriterien. Darüber hinaus ist die Auseinandersetzung um ein „Bundesqualitätsgesetz“ zu nennen, das insbesondere die strukturellen Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit in Kindertageseinrichtungen (z.B. bezüglich Fachkraft-Kind-Relation, Vor- und Nachbereitungszeiten) einheitlich festschreiben soll. Im Forum werden vor diesem Hintergrund Entwicklungen hin zu einer systematischen Qualitätsentwicklung im Kontext von Professionalität und Professionalisierung diskutiert. Dabei sind auch kritische Perspektiven und Forderungen nach mehr demokratischer Mitbestimmung und Offenheit miteinzubeziehen.



Forum 3: Professionalisierung durch Akademisierung?

Prof. Dr. Susanna Roux Holger Glaess, Jugendamt Backnang
Melina Savvidis, Landratsamt Rems-Murr
Moderation: Bärbel Amerein

Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Akademisierung frühpädagogischer Fachkräfte entstanden in den vergangenen Jahren zahlreiche und unterschiedlich konzipierte kindheitspädagogische Studiengänge. Neben anderen, seit langem akademisch etablierten Qualifikationen, wie etwa der Sozial- oder Heilpädagogik, gewinnt die Kindheitspädagogik zunehmend an Bedeutung. Das Berufsprofil fokussiert per Definition u.a. auf die öffentliche und familiäre Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit, auf differente Lebenswelten und -bedingungen, Kulturen und sozialräumliche Herausforderungen. Vorbereitend auf die komplexen Anforderungen in den potentiellen Tätigkeitsfeldern zielt die kritisch-akademische Qualifikation neben theoretischem, konzeptionellem und methodischem Wissen insbesondere auf hohe analytische und reflexive Fähigkeiten ab. Drei Expert/innen aus Forschung und Praxis diskutieren im Forum empirische Befunde sowie Erfahrungen des Feldes u.a. zu folgenden Fragen: Inwieweit ist die Zielgruppe für die breiten sozialpädagogischen Anforderungen qualifiziert? Welche Betätigungsfelder sind generell möglich? Wie gelingt die Berufseinmündung der Absolvent/innen bislang? Etc.



Forum 4: Professionalisierung durch Fachdidaktik?

Prof. Dr. Bernhard Hauser, Pädagogische Hochschule St. Gallen
Jutta Sechtig, Pädagogische Hochschule Weingarten
Moderation: Maria Bader, Christine Waldenmaier

Obwohl die Forschungsaktivitäten im Elementarbereich in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen haben, gibt es nach wie vor eine Vielzahl häufig gegensätzlicher Vorstellungen, wie die Bildungsarbeit in Kindertageseinrichtungen zu gestalten ist und welche Auswirkungen sie auf den späteren Schulerfolg der Kinder hat. Mit zwei ausgewiesenen Experten werden in diesem Forum unterschiedliche Positionen und empirische Befunde beleuchtet, um die eigenen Annahmen zu hinterfragen und Denkanstöße zu erhalten.



Forum 5: Professionalisierung durch Beratung und Beziehungsgestaltung?

Prof. Dr. Michael Behr, Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
Juniorpof. Dr. Gernot Aich, PH Schwäbisch Gmünd
Frau Elke Picker, Vertreterin der Elternstiftung BW
Moderation: Dr. Eva-Maria Engel

Beziehungsgestaltung, Kommunikation und Beratung sind wichtige Grundlagen der professionellen Arbeit in Kitas, sowohl in Hinblick auf die Interaktion mit Kindern als auch auf die Elternkontakte. Wenn Fachkräften vor herausfordernden Situation mit Kindern und Eltern stehen, vermissen sie oft professionelle Kompetenzen in diesem Bereich, vor allem beim konstruktiven Umgang mit schwierigen Eltern oder in Konfliktsituationen mit Kindern. Auch Beratungskompetenzen sind im Dialog mit Eltern oft gefragt.